Jetzt auch als e-book

ABP e-book cover

Ich will nichts verdammen und nichts beschönigen,  sondern einfach schildern, was geschehen ist. Jeder hat seine Geschichte. Dies ist meine.

Essolakina Atakora

In dritter Auflage ist “Als Blinder Passagier”, der schonungslos ehrliche Schicksalsbericht von Essolakina Atakora, jetzt als e-book erschienen. Der Protagonist befindet sich heute in der glücklichen Lage, seinen Klarnamen nennen zu können; in gedruckter Form war der Bericht 2009 aus juristischen Gründen unter dem Pseudonym Quilombo Hoknay erschienen. Inhaltlich wurde das Manuskript nicht geändert, lediglich der Name wurde ersetzt und die Rechtschreibung den heutigen Gepflogenheiten angepasst.

Das Buch schildert in zwei Teilen das Leben des Protagonisten von der Kindheit und Jugend in Togo bis zur eigenen Familiengründung als deutscher Staatsbürger. Ein Einzelschicksal – das jedoch vieles verdeutlicht über die Lebenswirklichkeiten hier wie dort.

(Achtung: Die folgende Zusammenfassung sollte besser nicht lesen, wer Spannung liebt und sich bei der Lektüre des ganzen Werks lieber von den Geschehnissen überraschen lassen möchte.)
Vier Tage ohne Wasser und Brot hält Essolakina Atakora durch in seinem engen Versteck auf einem Frachtschiff, bis er sich entkräftet zu erkennen gibt. Im Bremer Hafen wird er von der Polizei empfangen und verhört und soll – weil er das Zauberwort „Asyl“ nicht kennt – gleich wieder abgeschoben werden. Doch einmal hat er Glück: Die Mitarbeiterin einer Initiative für Flüchtlingshilfe hat von der Ankunft des Blinden Passagiers in der Zeitung gelesen, ihn im Gefängnis ausfindig gemacht und klärt ihn über das Asylrecht auf. Pech hat er in seinem noch jungen Leben reichlich gehabt. Ohne die eigene Mutter wächst er in einer polygamen Familie auf, wo die Hauptfrau des strengen Vaters ihm das Leben zur Hölle macht. Bis er schließlich ausrastet, seine ihm vorgezogenen Geschwister blutig schlägt, die Stiefmutter umzubringen droht und das Weite sucht. Einige Jahre lebt er auf der Straße, schlägt sich in verschiedenen Ländern Westafrikas mit Gelegenheitsarbeiten und Gaunereien durch, ernährt sich zur Not aus Mülltonnen. Dann geht er zur Armee, wo ein Schlüsselerlebnis sein Leben noch einmal verändert und aus dem Herumtreiber einen Geächteten macht. Bei einem Schlagstockeinsatz gegen politische Demonstranten muss er mit ansehen, wie eine schwangere Frau ihr Kind verliert, nachdem sein Kamerad ihr mit Kraft in den Bauch getreten hat. Bis ins Mark erschüttert vom Anblick des blutigen Fötus, der auf dem Asphalt von Soldatenstiefeln zertrampelt wird, ist er unfähig, den Schlagstock weiter einzusetzen. Das wird als Befehlsverweigerung ausgelegt und man bezichtigt ihn, selbst ein Oppositioneller zu sein. Nach Kerkerhaft und Folter steckt man ihn ohne Prozess in ein Gefangenenlager, doch während eines Arbeitseinsatzes in der Landwirtschaft kann er fliehen. Er verlässt sofort das Land und setzt nun alles daran, nach Europa zu gelangen. Nach vielen Umwegen gelingt ihm schließlich die spektakuläre Überfahrt als Blinder Passagier. Sein Asylantrag in Deutschland wird zunächst abgelehnt, da man vermutet, dass er sich für einen anderen ausgibt. Wieder Pech gehabt. Erst Jahre später wird seine Identität nachgewiesen und das Asylbegehren anerkannt. In der Zwischenzeit hat er sich auf „Frauenjagd“ begeben, denn die Heirat mit einer Deutschen ist nun der einzige Weg zur Aufenthaltsberechtigung. Frauen kennenzulernen, fällt ihm leicht; sie zur Hochzeit zu bewegen, ist nicht so einfach. Bald arbeitet er an bis zu sieben Verhältnissen gleichzeitig, lebt in Polygamie wie sein Vater in Afrika. Mit dem Unterschied, dass seine Frauen nichts voneinander wissen und dass nicht er sie finanziert, sondern eher die Frauen ihn. Er nutzt sie schamlos aus und verstrickt sich in immer wildere Lügengeschichten – bis er sich am Ende selbst hoffnungslos verliebt. Mit derselben unbeirrbaren Beharrlichkeit, die ihn überhaupt so weit gebracht hat, muss er lange um seine Angebetete kämpfen, denn die hat ihn wegen seiner Lügen nicht nur zum Teufel gewünscht, sondern einen psychischen Zusammenbruch erlitten und sich in stationäre Behandlung begeben.

Leseproben

Medien

Kommentare

Buch bestellen